Ein Vogel und zwei Hanghena


Hena

Es wird hoffentlich nicht gleich die Vogelgrippe gewesen sein, welche das dritte Huhn der „Hanghena“ befallen hat, denn das Trio konnte krankheitsbedingt nur zu zweit im Tiefenbacher Spaßettl auftreten. Vom Angebot, die bereits verkauften Eintrittskarten zurückzugeben, machte anscheinend niemand Gebrauch, denn die Zuschauerränge waren restlos besetzt. Der gute Ruf der „Hanghena“ hat eben auch die Oberpfalz erreicht und dazu begrüßte Renate Zimmermann die zahlreichen Gäste. Sie alle haben an dem Wahltag der Bundestagswahl die richtige Wahl getroffen und sind ins Spaßettl geströmt. Wer Hühner zu Hause hat weiß, dass diese Viecher oft seltsame Angewohnheiten haben, und die Sophie braucht eben vor jedem Auftritt was Süßes und prompt zaubert sie aus ihrem Ausschnitt eine Schokowaffel. Dann geht es los mit dem Begrüßungssong „Servus beianander“. Sogleich wird die erste Reihe im Publikum als Vortänzer verpflichtet und beim zweiten Lied ist endgültig klar, dass die Männer an diesem Abend nix zu sagen haben. Beim Titel „Oida, rucks Geld raus“ möchten die Damen von heute selbst ins Wirtshaus gehen und die Herren haben zu Hause zu bleiben. Die grundlegende Abneigung gegen das andere Geschlecht wurde auch bei „Schau mi nird so oh“ deutlich. Aber als reine Emanzen sehen sich die Hanghena nicht, denn „Mit an Mo is nix, aber ohne Mo is a nix“ stellen sie nüchtern fest. Sehr gut bei den Tiefenbacher Zuschauern kamen die durchwegs eigenen Texte in Mundart an und die passenden Melodien findet man oft bei bekannten Bands wie Spider Murphy Gang, Fredl Fesl oder Django 3000.
Die Damen aus Au in der Holledau begeistern im Spaßettl nicht zuletzt, als die besten Animateure unter den Gästen mit einer CD belohnt werden. Bei aller Gaudi und Stimmung geben die Hanghena auch Lebenshilfe, denn der gutgebaute Schönling ist halt a Depp und die aufgemotzte Fitness-Amazone taugt für den Alltag überhaupt nicht. Lachsalven produziert das Publikum, als Josef Vogl auf die Bühne gerufen wird. Er musste den Platz der kranken Kollegin einnehmen zum Stück „Der Postfrosch“. Eine nicht jugendfreie Anmerkung von Josef ließ schlussendlich kein Auge mehr trocken bleiben.
Mit dem Ohrwurm „Pfürt eich Gott liabe Leit jetz müssma geh“ setzten die zwei Hena den Tiefenbacher Gästen noch einen Ohrwurm ins Gedächtnis. Die Melodie kannte jeder von den Spider Murphy Gang und nach langem Applaus kam Ludwig Prögler als Chef der Theatergruppe Tiefenbach und dankte den beiden Künstlerinnen mit einem bunten Huhn aus Glas. Nicht lange bitten ließen sich die beiden für eine Zugabe und einmal wieder kam der Beweis; sie beherrschen auch bayerische Balladen. „Wenn i dram“ sang Sophie, dann hat sie für alles eine Lösung. Das Leben könnte so schön sein. 


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