Abschied von Pfarrer Dr. Jan Adria Lata


Lata

Am Sonntag hieß es Abschied nehmen von Pfarrer Dr. Jan Adrian Lata. Pfarrer Lata verlässt die Pfarrei Weiding mit den Filialen Schönau und Hannesried/Kagern und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Weg führt zurück zu seiner „ersten Liebe“, seiner Heimat Polen. Nach 26-jährigem Wirken in der oberpfälzer Pfarrei verabschiedete er sich mit einem Dankgottesdienst an der Wallfahrtskapelle Schönbrunnen. Er hatte seine Schäflein eingeladen, noch einmal die Fußwallfahrt an den Rosenkranzbildstöcken vorbei, Rosenkranz betend, zur kleinen Kapelle im Wald mitzugehen. Auf dem Fußmarsch begleiteten ihn Dekan Alfons Kaufmann vom Dekanat Oberviechtach-Neunburg v. W., Diakon Hans Winter aus Oberviechtach und der gebürtige Weidinger Pfarrer Martin Särve. Diese drei wirkten auch beim Gottesdienst mit. Pfarrer Lata leitete seinen Abschiedgottesdienst mit den 10 Gründen ein, warum pilgern so gut ist. Er hat sich ganz bewusst diesen Ort für diesen letzten Gottesdienst ausgesucht, er ist ein großer Naturfreund. Seine Predigt setzt sich auch vielen kleinen Mosaiksteinen zusammen, in denen er einmal mehr auf seinen theologisch-philosophischen Hintergrund einging. Die wissenschaftliche Beleuchtung des Glaubens ist Dr. Lata schon seit seinem Eintritt ins Priesterseminar wichtig.
Bayern ist schön und christlich geprägt. Es gibt viele Kapellen, Marterl, Kirchen und mit Blumen geschmückte Häuser. Deutschland mit seinen Theologen und Philosophen habe ihn schon in seiner frühen Jugend interessiert. Er schloss seine Predigt mit den Worten Papst Johannes Pauls II.: „Ich bin froh, seid ihr es auch.“ Vor dem Schlusssegen dankte Dekan Alfons Kaufmann im Namen des Dekanates und im Namen von Bischof Rudolf Voderholzer. Er verlas den Brief des Bischofs an Pfarrer Lata, in dem ihm der Bischof seinen Dank für die seelsorgerische Tätigkeit aussprach. Dekan Kaufmann überreicht die goldene Plakette der Diözese Regensburg als Dankeschön. Sein Dank endete mit dem Psalm: Gott nahe zu sein ist mein Glück. Er wünschte Pfarrer Jan Adrian Lata persönlich „pax et bonum“.
Bürgermeister Manfred Dirscherl, Weiding, schloss sich dem Dank des Dekans an. Es habe keine Probleme a la Don Camillo und Pepone in der Gemeinde gegeben. Er wünschte Pfarrer Lata alles Gute für seinen Lebensabend. Bürgermeister Dirscherl erzählte, kein großer Kirchgänger gewesen zu sein, aber seit 3 Jahren wieder regelmäßig die Gottesdienste zu besuchen. Er überreichte ein Geschenk der Gemeinde Weiding. Auch der Tiefenbacher Bürgermeister Ludwig Prögler dankte Pfarrer Dr. Jan Adrian Lata für sein Wirken. Er habe ihn als naturverbundenen, unkomplizierten Menschen kennen gelernt und schätzt seine Bereitschaft zu Diskussionen über Gott und die Welt. Pfarrer Lata sei immer an der Glaubensentwicklung interessiert gewesen. Seine tagesaktuellen Predigten werden den Gläubigen fehlen. Er wünschte Gottes Segen und alles Gute, Dr. Lata sei immer willkommen.
Ein Vergelts Gott sprach auch der gebürtige Weidinger, Pfarrer Martin Särve, aus. Er dankte für die Gottesdienste und die Pfarrbriefe, die den Gläubigen die Möglichkeit gaben, theologisch-philosophische Ansätze kostenlos kennen zu lernen. Das Büro von Pfarrer Lata sah immer aus wie die Werkstatt einer Redaktion. Er hatte immer großes Vergnügen an den Gesprächen mit seinem Mitbruder. Er bedauerte, dass durch den Ruhestand Pfarrer Latas auch der Pfarrsitz in Weiding endet. Er äußerte den Wunsch, dass sich wieder mehr junge Männer für das Priesteramt berufen fühlen. „Priester sein ist spannend.“ merkte er an.
Pfarrgemeinderatssprecher Christian Stangl zeigte in seinen Worten auf, dass es für Pfarrer Lata heißt, Abschied zu nehmen von der Pfarrgemeinde, den Kirchen, den Ortschaften, den Kapellen, den Wegkreuzen, den Totenbrettern und vom Schönbrunnen. Er sei ein besonderer Pfarrer gewesen, er sei der letzte Pfarrer der Pfarrei Weiding. Seine Wahl fiel vor vielen Jahren auf die Pfarrei in Weiding als neue Wirkungsstätte, da sie nahe an der Grenze zu Tschechien lag und damit auch näher an seiner Heimat Polen. Er war ein genügsamer Pfarrer, der sogar seine Pfarrbriefe selbst schrieb. Er war jederzeit flexibel und hatte null Krankentage. Pfarrer Lata zeichnete für die Renovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus und der Filialkirchen verantwortlich. Mit ihm wurden u. a. Wallfahrten nach Polen und Italien unternommen. Es wurden zahlreiche Bittgänge und Fußwallfahrten abgehalten. Viele Pfarrangehörige hat er durch schwierige Situationen begleitet und immer ein offenes Ohr für alle. Christian Stangl hat ihn als weltoffen, Liebhaber der Natur, unternehmungslustig, einfach als Arbeiter im Weinberg des Herrn kennengelernt, der auch mal mit dem Messner auf ein Bierchen geht. Christian Stangl überreichte im Namen der Pfarrgemeinde eine Bildcollage mit Motiven der Pfarrei. Er wünschte alles Gute und Gottes Segen. Er endet mit Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte, mir wird an nichts mangeln.
Pfarrer Lata dankte noch einmal allen Ministanten und den Messnern für ihre Dienste all die Jahre. Er bewundert ihre Disziplin und ihre Selbstorganisation. Es war ihm ein Vergnügen, hier in der Pfarrei zu sein. Pfarrer Dr. Lata gab seiner Gemeinde mit auf den Weg: Was du auch tust, tue es mit Vernunft. Sie sollen nicht stehen bleiben sondern sich immer weiterentwickeln.
Sein Dank ging an alle, die an seinem Abschiedsgottesdienst teilgenommen haben, sowie der Blaskapelle für die musikalische Umrahmung. Er nehme sich noch eine Flasche Schönbrunnenwasser mit nach Polen. „Bleibt katholisch, gesund und fit.“ Die eine oder andere Träne floss bei den Gläubigen, die sich nach dem Gottesdienst persönlich von „ihrem“ Pfarrer verabschiedeten. Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Pfarrgemeinderat noch zu einer kleine Brotzeit ein.


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