Mit Nadel und Faden kennt er sich aus


Zilk90

Arbeit bis ins hohe Alter hält anscheinend doch jung. Oder ist es vielleicht die gute Pflege und Betreuung durch seine Ehefrau Frieda. Seine 90 Jahr sieht man dem Jubilar Josef Zilk wahrlich nicht an und diesen Geburtstag konnte er im Kreise seiner Familie jetzt in Tiefenbach feiern. Bürgermeister Ludwig Prögler und Pfarrer Albert Hölzl gratuliertem dem überaus rüstigen Rentner und überbrachten ihm die Glückwünsche der Gemeinde und der gesamten Pfarreiengemeinschaft. Als langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Tiefenbach erhielt der Jubilar auch Besuch von der Vorstandschaft der Wehr durch Josef Königsberger und Nikolaus Scherr. Der gelernte und bekannte Schneider wurde in Breitenried geboren und wuchs, wie zu dieser Zeit üblich, in einer kleinen Landwirtschaft mit einem Bruder und zwei Schwestern auf. Die Schulzeit begann damals noch in Breitenried, aber auch nach Steinlohe mussten er und seine sieben Klassenkameraden zu Fuß gehen. Geklagt hatte damals keiner, zumindest im Sommer nicht, und im Winter wurde bei genügend Schneelage per Ski der Schulweg zurückgelegt. Die größeren Kinder zogen eine Bahn, in der die jüngeren per Gänsemarsch folgten. Da Josef Zilk in Steinlohe mitunter auch Nachmittagsunterricht hatte, wurde es nicht selten dunkel, bis er wieder zu Hause in Breitenried ankam. Einige Jahre besuchte er auch in Tiefenbach die Schule, bevor er 1942, als der Zweite Weltkrieg noch in vollem Umfang in Deutschland tobte, eine Lehre als Schneider in Tiefenbach begann. Wegen den Kriegswirren konnte er diese Berufsausbildung erst ein paar Jahre später in Schönsee beenden. Den Weg dorthin legte er Sommer wie Winter immer mit dem Fahrrad zurück, bis er in Tiefenbach Hammer eine Anstellung bei Josef Mauerer („Mauererschneider“) fand. Im Jahre 1956 läuteten die Hochzeitsglocken für ihn und seine Ehefrau Frieda; eine geborene Rauch aus Bücherlmühle. In Tiefenbach erwarb Josef Zilk ein Baugrundstück vom damaligen Kaufmann Muck und das heutige Wohnhaus wurde 1958 darauf errichtet. Gott schenkte ihnen 1957 den ersten Sohn Günther, der heute in Schönsee eine neue Heimat gefunden hat, und 1961 folgte Sohn Reinhold. Das schwere Schicksal, den eigenen Sohn Reinhold zu Grabe tragen zu müssen, ereilte die Familie im Jahr 2007 kurze Zeit nach der goldenen Hochzeit. Mittlerweile gehören vier Enkel und zwei Urenkel zur Familie.
Bis zum Rentenalter arbeitet Josef Zilk über 13 Jahre in der Rötzer Textilfabrik Kalen und einige Jahre in Waldmünchen bei der Firma Trägler. Das Nähen mit allem, was dazugehört, blieb ihm auch im Rentenalter als tägliche Arbeit erhalten. Für viele Bekannte und natürlich im Familienkreis erledigt Zilk alles, was mit Stoff, Faden und Nadel zu tun hat. Dies weiß auch die Feuerwehr Tiefenbach zu schätzen und lässt seit Jahren ihre Abzeichen bei ihm auf Jacken und Hemden sauber und perfekt anbringen. Gegen Kleidung von der Stange hat er sicher nichts einzuwenden und kauft sich auch mal selbst ein fertiges Teil, doch wenn’s nicht wie angegossen sitzt, legt er eben selbst noch mal Hand an. Gesundheitlich darf der 90-Jährige wahrlich nicht klagen, zum wöchentlichen Gottesdienst fährt er seine Ehefrau noch mit dem eigenen Auto und ohne Gehstock bewältigt Josef Zilk den Alltag erstaunlich rüstig. Noch viele Jahre in bester Gesundheit wünschten alle Gäste im Kreis seiner Familie.



<< zurück >>