Die "Datschbacha" sorgten für beste Unterhaltung


Datschbach


War es reine Neugierde oder nur die Verbundenheit mit der Feuerwehr Schönau, dass sich am Festsonntag nach dem Mittagessen das große Zelt nicht leerte, wie sonst so oft bei ähnlichen Festen festzustellen ist? Egal dachten sich vielleicht die Schönauer, Hauptsache die Hütte ist voll und die neue Schönauer Gruppe „Datschbacha“ hatte jedenfalls Gäste zuhauf für ihre Auftritte beim 140-jährigen Gründungsfest mit Fahrzeugweihe am Sonntagnachmittag. In drei Akten zeigten die Akteure ein Theaterstück, gefolgt von einem Singspiel und den Abschluss sollte ein lustiger Sketch darstellen. Die Ankündigung durch die Feuerwehrmänner selbst war bereits vielversprechen und nichtssagend. „Habt’s es scho g’hört?“ und schon hörten alle die laute Feuerglocke, so wie sie in alten Zeiten zum Einsatz gegen Feuersbrünste rief. Dazu betraten verschlafene Gesichter in Schlafanzügen die Bühne und schön langsam gesellte sich die aktive Feuerwehrtruppe aus Schönau dazu. Lichterloh brannte bereits das Haus von Frau Lautenschlag, doch ohne Kommando vom Hauptmann ging gar nix.  Es kam wie es kommen musste - das Haus ist bis auf die Grundmauern abgebrannt und passend dazu spielte die Musik „Näher mein Gott zu dir“. So ein Hauptmann und Kommandant bei der Feuerwehr hat’s eben auch nicht leicht, aber die Schönauer stehen hinter ihm und loben die „schnelle schlagkräftige Truppe“ zum Gelächter aller Zuschauer im Zelt.
Nach kurzer Umbauphase zogen in Begleitung der Blaskapelle die nächsten Künstler ins Festzelt ein und betraten die selbstgebaute Bühne. Das Sängertrio wurde von einer spontanen Musikertruppe begleitet und stimmte nach den treffenden Vergleichen früher und  heute in den rhythmischen Refrain „I wui nird, i woaß nird…“ ein. Vergleiche gab es zur Genüge, angefangen von der Geburt über die Schule bis zur Heirat. Bei so treffenden Reimen wie „Heit sauft des Wei mehra als da Mo, weil der Thermo Mix alloa kocha ko!“ wünscht sich mancher die „gute“ alte Zeit zurück. Manches ist ja gleich geblieben, stellte die drei fest. „Ois hat se g’ändert, nur des Sexlebn bleibt wias woar, ja heit derf so mancha a blos oa Mol im Joar.“ Die tiefe Erkenntnis am Ende war, das „A jeder soll so leben wia er wuil, des is des oanzige Ziel“. Zum Abschluss forderten die Akteure auf der Bühne alle Gäste im Zelt zum Mitsingen auf. Das bekannte Lied „Tiroler Land“ wurde zum „Schönauer Land“ umgetextet mit dem Refrain „ Du bist der Ort, dem ich die Treue halte, weil du so schön, bist mein Schönauer Land“. Stehende Ovationen waren der Beweis, hier haben die Schönauer „Datschbacha“ aus dem Vollen geschöpft und dem Nockherberg Starkbieranstich Paroli geboten. Lautstarke Zugabe-Rufe mündeten in der heimlichen Hymne der Schönauer Feuerwehr und der „Böhmische Traum“, den die Musiker anstimmten, trieb so manche Träne in die Augen Zuschauer. Wer konnte dies noch toppen? Etwa ein Mitglied des Bundestages in Person von Marianne Schieder, die Vorstand Christian Stangl kurzerhand auf die Bühne schleppte. Sie war das schmückende Beiwerk für das alte Ehepaar aus Schönau, das im „Gourmet-Palast“, dem besten Speiselokal der Stadt, mal richtig gut essen gehen wollte. Das konnte nicht gut gehen, denn egal welcher der sieben Gänge gerade aufgetischt wurde, nichts passte und satt wurde auch keiner. Die Frage an Frau Schieder, ob das Essen in der Bundestagskantine auch so grässlich sei, blieb unbeantwortet. Viel Applaus auch für die beiden Testesser Evi Wutz und Magdalena Knott, denen Festleiter Christian Stangl am Ende genauso den verdienten Dank abstattete wie allen anderen. Die „Schönauer Datschbacha“ haben ihre Premiere mit Bravour bestanden und sicher hoffen alle, dass es bald ein Wiedersehen gibt. Ob mit oder ohne MdB Marianne Schieder, das  wird sich zeigen.



<< zurück >>