Jahresversammlung mit Vortrag des OGV Katzelsried


Vortrag bei der Jahresversammlung

Berichte und der Vortrag „Virtuelle Reise durch den Naturpark Bayerischer Wald“ standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Katzelsried-Stein-Grubhof. Auch der schon lange geplante Quellstein nimmt nun konkrete Formen an.
Im Gasthaus Braun begrüßte Vorsitzende Anna Dietl neben den Mitgliedern Bürgermeister Ludwig Prögler, Alexander Herrmann von der Granit- und Naturstein GmbH Kulz und Anette Lafaire vom Landratsamt. Beim Gedenken an die verstorbenen Mitglieder erinnerte man sich besonders an Peter Wagner aus Stein. Die Vorsitzende bedankte sich bei allen Mitgliedern für die Teilnahme an den Veranstaltungen und dem Vorstandsteam für die gute Zusammenarbeit und die Pflegemaßen.  Ihr Dank galt auch Ludwig Bauer, der den Baum auf dem Spielplatz fachgerecht ausgeschnitten hat. Sie verwies auf die Bodenproben im Garten, die alle fünf Jahre durchgeführt werden sollten. Wer Interesse hat, kann sich in die Liste eintragen, der Preis beträgt 14,30 Euro. Der vereinseigene Vertikutierer ist bei Peter Meierhofer untergebracht und die Geräte für den Obstbaumschnitt bei Richard Schindler. Sie können jederzeit ausgeliehen werden. Die Müllsammelaktion findet witterungsbedingt am 31. März oder 10. April statt. Der Tag der offenen Gartentür ist am 25. Juni.
Schriftführerin Lisa Schmid blickte auf das abgelaufene Vereinsjahr zurück. Im März führte man wieder die große Müllsammelaktion durch, an der sich besonders viele Kinder und auch Erwachsene beteiligten. Im Hinblick auf den geplanten Quellstein wurde die Firma Granit- und Naturstein Herrmann in Kulz besichtigt.  Mehrmals im Jahr wurden die Anlagen beim Gerätehaus und am Spielplatz in Katzelsried  gepflegt und gesäubert. Am Tag der offenen Gartentür besuchte man die Gärten in Neukirchen-Balbini. Ein Baum zur Geburt konnte an Anna-Maria Wagner übergeben werden. Der  Ausflug führte ins Freilandmuseum nach Neusath-Perschen.  An der Frühjahrsversammlung des Teilbereiches Waldmünchen in Trosendorf und an der Jahresversammlung des Kreisverbandes Cham in der Ostmarkhalle Roding nahm man teil.  Der Verein zählt derzeit 51 Mitglieder. 
Kassier Josef Braun trug den Kassenbericht vor. Die Kassenprüferinnen Gerlinde Vetter und Alexandra Bauer bestätigten eine vorbildlich geführte Kasse und es erfolgte einstimmige Entlastung.
Alexander Hermann von der Granit- und Kunststein GmbH aus Kulz informierte anschließend über die verschiedenen Varianten, die es zu dem geplanten Quellstein in Stein gebe und was dazu beachtet werden müsse. Die Anwesenden tendierten  mehr zu einem Wassertisch mit einer flachen Schale. Hierzu müsse nun ein passender Findling gefunden werden. Das Wasser kann vom Brunnen von Josef Braun entnommen werden. Auch über den Ablauf des Wassers und die Stilllegung im Winter wurde diskutiert. Die Realisierung soll im nächsten Jahr erfolgen.
Dazu sicherte auch Bürgermeister Ludwig Prögler die Unterstützung  der Gemeinde zu, denn so ein Quellstein sei eine Bereicherung für das Dorf. Das Gemeindeoberhaupt dankte den Gartenfreunden für die Pflegemaßnahmen auf den öffentlichen Plätzen. Er lobte die gesellschaftliche Arbeit und das gute Miteinander mit der Ortsfeuerwehr. Er hoffte, dass der Verein auch weiterhin so aktiv bleibt. Er wies auf die Ehrenamtskarte hin und bat sich zu melden. Diese stehe jedem zu, der sich ehrenamtlich engagiere.
Im Anschluss nahm Anette Lafaire die Anwesenden mit auf eine virtuelle Wanderung durch den Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Ihre Bilder zeigten die vielfältige Landschaft  mit einer einzigartigen Flora und Fauna in unserer näheren Heimat. Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald mit 179 600 ha ist der Zweitgrößte von 18 Naturparks in Bayern. Diese haben einen anderen Schutzstatus wie die Nationalparks und wurden schon immer von den Menschen genutzt, informierte Lafaire. Über 3000 km Wanderwege, 1200 km Radwege, 107 km Bootswege und 350 km Langlaufloipen führen quer durch den Naturpark. Die Referentin begann ihre Wanderung in der Hölle bei Rettenbach. Interessant ist hier die Wollsackverwitterung der Steine am Höllbach sowie die alten Linden und Erlen. Auch Totholz lebt,  5000 Arten nutzen den Lebensraum. Weiter ging es zum Himmelssteig, eine enge Schlucht bei der Falkensteiner Burg. Nährstoffarme Gewässer mit Überschwemmung bzw. Trockenfallen lassen am Nördlichen Teil des Neubeuer Weihers den unscheinbaren Strandling wachsen, die Pflanze gibt es nur noch am Chiemsee. Hier ist auch der Moorfrosch zu finden, der sich nur wenige Tage blau färbt. Auf den feuchten Flächen der Markbachaue bei Hannesried werden seit 2009 Heckrinder, die Nachfahren von Auerochsen (der letzte wurde 1627 erschossen) gehalten. Diese beeindruckenden Tiere bleiben das ganze Jahr draußen. Auf den artenreichen Wiesen haben sich viele verschiedene Gräser, wie Kammgras oder brennender Hahnenfuß, Insekten und Amphibien angesiedelt. Auf dem Skihang am Voithenberg wachsen seltene Eiszeitreliktpflanzen wie die Flachbärlappe (eine Farnpflanze gab es schon vor ca. 300 Millionen Jahren) und die Mondraute. Auf dem kleinen und großen Osser sind Auerhuhn, Bergpiepser und Wanderfalke unterwegs. Deren Arten und Lebensraum gilt es zu schützen. Ebenfalls ein Eiszeitrelikt ist der Kleine Arbersee, ein natürlicher See mit  schwimmenden Inseln, der übrigens größer als der Große Arbersee ist, wie die Referentin versichert. Hier wachsen Sumpfblutauge und das Wollgras. Die Wanderung endete auf dem König des Bayerischen Waldes, dem Großen Arber mit 1 456 Meter Höhe. Hier wachsen Dreiblatt Binse, Rollfarn, ungarischer Enzian und gelber Enzian, sie haben sich an diesen Lebensraum angepasst. Neben der Ringdrossel ist hier als Durchzugsgast auch der bunte Mornellregenpfeifer zu entdecken. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken auf diesem 127 km Rundwanderweg. Die Anwesenden waren sichtlich angetan von den vielen Informationen und schönen Bildern.
Vorsitzende Anna Dietl dankte Anette Lafaire für den interessanten Vortrag und übergab ein Präsent.


 
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